In der Naturheilkunde geht man davon aus, dass beim Stoffwechselprozess im Körper giftige Abfallprodukte entstehen, die nicht allein durch die Ausscheidungsorgane ausgeleitet werden können. Über die Jahre hinweg sammeln sich nach dieser Theorie Schlacken im Körper, die mit Hilfe der Entschlackung abgebaut werden müssen.
Ursprung des Begriffs Entschlackung
Den Begriff Schlacke kennt man vor allem aus der Metallgewinnung und der Feuerungstechnik. So entstehen hier bei der Verbrennung Rückstände, die als Schlacke bezeichnet werden. In der Alternativmedizin geht man ebenfalls davon aus, dass Rückstände vom Stoffwechsel- oder Verbrennungsprozess im Körper verbleiben und sich vor allem im Fettgewebe sammeln.
Maßnahmen zur Entschlackung
Um eine Entschlackung zu vermeiden, wird in der Alternativmedizin zu einer basischen Ernährung geraten, um den Säure-Basen-Haushalt im Körper auszugleichen. Hier soll man vor allem basische Lebensmittel wie Obst und Gemüse zu sich nehmen.
Auch das Fasten mit Hilfe der verschiedenen Fastenkuren und bestimmte Diäten unterstützen die Entschlackung und Entsäuerung des Körpers. So geht man beispielsweise in der Mayr-Kur davon aus, dass vor allem der Darm gereinigt und geschont werden müsse, um Schlacken abzubauen. Außerdem sorgt eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr für den Ausleitprozess.
Heilwirkung der Entschlackung
Eine Entschlackungskur soll in der Regel das allgemeine körperliche und seelische Wohlbefinden fördern. Außerdem sollen sich Beschwerden wie Allergien, Migräne und Verdauungsprobleme deutlich bessern. Um die Heilwirkung einer Entschlackungskur möglichst lange zu erhalten, wird auch danach zu einer gesunden Ernährung geraten.
Hinweis: Man muss hier allerdings erwähnen, dass die Heilwirkung einer Entschlackungskur wissenschaftlich kaum nachgewiesen ist und deshalb von vielen Ärzten kritisch betrachtet wird.
Was Entschlackung im Heilfasten tatsächlich bedeutet, erklären Dr.med. Françoise Wilhelmi de Toledo und Dr.med. Eva Lischka.
- erhöhte Harnsäure im Blut und Gewebe als Ursache von Gichtablagerungen
- schädliche, langkettige Zucker-Eiweiß-Verbindungen: advanced glycation endproducts (AGEs) als Promotoren von Arteriosklerose und Alterungsprozessen
- ein Übermaß von Antigen-Antikörper-Komplexen bei Allergien
- durch schädlich erhöhte Konzentrationen an Botenstoffen, wie Angiotensinogen, Tumornekrosefaktor alpha und entzündungsfördernden Interleukinen, sowie Hormonen wie Insulin und Östrogen, ferner gerinnungsfördernden Faktoren wie Plasminogenaktivatorinhibitor 1 und vielen anderen.
Obschon der Begriff Schlacke in der herrschenden Medizin nicht gebräuchlich ist, hat das „Entschlacken“ schon manchen Patienten zur positiven Lebensstiländerung bewegt. Fasten befreit auch von „seelischen Schlacken“. Unverarbeitete Erlebnisse, alter Groll und Hader, die während einer Fastentherapie oft unvermittelt wieder an die Oberfläche gespült werden, können wahrgenommen und bearbeitet werden, z. B. mit Hilfe einfühlsamer, liebevoller Gesprächstherapie.
Dr.med. Françoise Wilhelmi de Toledo, Ärztliche Direktorin der Klinik Buchinger in Überlingen und Dr.med. Eva Lischka, 1. Vorsitzende der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V., forschen und publizieren seit Jahren auf dem Gebiet des Fastens und der Naturheilkunde.
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